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Viagra: In Großbritannien bald rezeptfrei in der Apotheke erhältlich?

Viagra ist eines der am häufigsten gefälschten Medikamente weltweit. Das ist einer von vielen Gründen, weshalb der Hersteller Pfizer in Großbritannien einen Antrag auf Entfernung aus der Verschreibungspflicht gestellt hat. Sildenafil könnte in Großbritannien zukünftig also ohne lästige Umwege über einen Arzt verfügbar sein.

Viagra: In Großbritannien bald rezeptfrei in der Apotheke erhältlich?Der Hersteller Pfizer hat den Antrag für Viagra mit 50 mg Sildenafil bei der Britischen Arzneimittelbehörde (MHRA) gestellt. Dabei spricht man von einem sogenannten „OTC-Switch„. Viagra soll vom Status des „POM“ (Prescription-only-medicine) zum Status der „P-medicine“ (Pharmacy-medicine) wechseln.

In diesem Artikel erfahren Sie weitere Gründe für den Antrag, die Stellung der Britischen Apothekerkammer zu diesem Thema und die Situation in anderen Ländern innerhalb der EU und im Rest der Welt. 

Warum sollte Viagra ohne Rezept verfügbar sein?

Wie bereits erwähnt, ist Viagra eines der am häufigsten gefälschten Medikamente überhaupt. Der Schwarzmarkt boomt – sowohl online, als auch offline. Wenn das Potenzmittel zukünftig kein Rezept mehr zur Abgabe benötigen würde, sondern nur noch apothekenpflichtig wäre, würde gleichzeitig der zugehörige Schwarzmarkt in Großbritannien zerstört. Die Folge: Kriminelle Machenschaften werden unterbunden und Patienten erhalten keine Fälschungen oder verunreinigte Medikamente mehr.

Des Weiteren begründet Pfizer seinen Antrag damit, dass Erektionsstörungen sehr häufig vorkommen und problemlos selbst erkannt werden können. Laut einer aktuellen Studie leiden bis zu 50 Prozent der 40- bis 70-jährigen Männer an erektiler Dysfunktion.

Das Problem: Viele Männer schämen sich für ihre Erkrankung und belassen es deshalb einfach dabei. Sie meiden das Sexualleben, weil sie sich aus Scham vor einem Arztbesuch sträuben. Darunter leiden dann die Beziehung, das Selbstbewusstsein und das Liebesleben. Wenn sie für Viagra lediglich eine Apotheke aufsuchen müssten, wäre die Hemmschwelle deutlich gesenkt.

Wenn der Antrag durchkommt, möchte Pfizer die britischen Apotheker mit genügend Informationsmaterial ausstatten. Pfizer zählt außerdem auf, dass Apotheker schließlich nicht umsonst studiert hätten und bei der Vergabe von Potenzmitteln einem ordentlichen Arzt ebenbürtig wären.

Apothekerkammer unterstützt Pfizer

Die Apothekerkammer in Großbritannien (Royal Pharmaceutical Society) unterstützt Pfizer bei seinem Vorhaben. Das Hauptargument ist dabei, dass Viagra das am häufigsten gefälschte Medikament weltweit darstellt. Nicht wenige Patienten bestellen es aus verschiedenen Gründen im Internet und geraten somit häufig an Fälschungen.

Für den Patienten ist es letztendlich sicherer, Potenzmittel nach einem kurzen Aufklärungsgespräch mit dem Apotheker zu erhalten, als Fälschungen im Internet zu bestellen.

Wie sieht die Situation in anderen Ländern aus?

Großbritannien wäre im weltweiten Vergleich nicht das erste Land, das ein Potenzmittel aus der Verschreibungspflicht entzieht und lediglich apothekenpflichtig machen könnte. In anderen Ländern wurden die Regulierungen teilweise bereits aufgehoben:

  • Neuseeland
    In Neuseeland ist Viagra bereits ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.
  • Australien
    In Australien läuft zumindest bereits ein Antrag zur Entfernung aus der Verschreibungspflicht.
  • Polen
    In Polen wurde im Jahr 2016 ein Viagra-Generikum aus der Verschreibungspflicht entfernt. Das Mittel kann fortan in der Apotheke erworben werden. Viagra selbst ist allerdings noch verschreibungspflichtig.
  • Rest-EU
    Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat den Antrag von Pfizer ebenfalls bereits erhalten, allerdings Bedenken dazu geäußert. Pfizer hat den Antrag als Reaktion darauf zurückgezogen.

Wie dürfen gespannt sein, wie sich die Situation rund um die Arzneimittelgruppe der Potenzmittel zukünftig in Europa und im Rest der Welt entwickeln wird.

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