Sildenafil Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Sildenafil (Viagra)? Am häufigsten treten Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase und Gesichtsrötungen auf. Die Nebenwirkungen gelten als gut Verträglich und sind nur von kurzer Dauer.

Wir werten die Nebenwirkungen von Sildenafil anhand von Beipackzettel, Studien & Erfahrungsberichten aus.
Diese drei Quellen liefern eine aussagekräftiges Statistik.

Häufigsten Nebenwirkungen:

Diese drei Nebenwirkungen treten laut 254 Erfahrungsberichten am häufigsten auf:

Kopfschmerzen:
37%
verstopfte Nase:
23%
Gesichtsrötung:
13%
Themen:
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    nebenwirkungen-sildenafil-erfahrungen

    Gründe für die Nebenwirkungen

    Die meisten aller Nebenwirkungen von Sildenafil führen auf die blutdrucksenkende & Durchblutungsfördernde Wirkung zurück .

    Die erwünschte gefäßerweiternde Wirkung findet nicht nur im Penis, sondern im gesamten Körper statt. Dadurch entstehen u.a. Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase & Hautrötungen.

    Wenn die Blutzufuhr im Kopf vermehrt wird, weiten sich die Gefäße und können gegen die die Hirnhäute drücken. Da dort auch die Rezeptoren für das Schmerzempfinden liegen, werden dem Körper Schmerzsignale vermittelt, so entstehen auch die Kopfschmerzen. Manche Patienten berichten daher auch von einem Spannungsgefühl im Kopf.

    Am zweit häufigsten wird eine verstopfe Nase wahrgenommen, was ebenfalls mit der verbesserten Durchblutung zusammenhängt. Wenn sich die Gefäße der Nasenschleimhaut vermehrt mit Blut füllen, kann ein Gefühl der verstopften Nase entstehen. Manche Patienten berichten dadurch auch von einer laufenden & tropfenden Nase.

    Viele Patienten machen die Erfahrung einer Gesichtsrötung. Diese tritt vor allem wegen der verbesserten Durchblutung im gesamten Körper auf. Vermehrt wird die Rötung im Gesicht aber auch der oberen Körperhälfte bemerkt. Auch Hitzewallungen hängen hiermit zusammen.

    Manche Patienten berichten von einem Schwindelgefühl nach der Einnahem von Sildenafil oder Viagra. Dies ist den meisten Fällen auf den gesenkten Blutdruck zurückzuführen. Daher sollte auch Alkohol in großen Mengen vermieden werden, da der Blutdruck sonst noch tiefer fällt.

    Nebenwirkungen, die das Sehvermögen verändern, sind dadurch zu erklären, dass ein Enzym, das im Auge vorkommt, dem Enzym PDE-5 ähnelt, das durch Sildenafil gehemmt wird. So kann auch das Enzym im Auge beeinträchtigt werden und es kommt zu Veränderungen des Sehvermögens oder auch zu leichten Augenschmerzen.

    Die Nebenwirkung des Sodbrennens lässt sich erklären, weil das Potenzmittel muskelentspannend wirkt. Dadurch fließt Magensäure immer wieder in die Speiseröhre. Dadurch wird auch der Verdauungsvorgang verändert und es kann zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Auch Muskelschmerzen können auftreten. 

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    Nebenwirkungen laut Erfahrungsberichte

    Auf dem Bewertungsportal sanego.de wurden über 254 Erfahrungsberichte mit Sildenafil hinterlassen. Diese Berichte umfassen auch die Anzahl der Nebenwirkungen. Dabei handelt es sich um sämtliche Sildenafil Generika Präparate, unterschiedlichster Hersteller.

    Kopfschmerzen:
    37%
    verstopfte Nase:
    23%
    keine Nebenwirkungen:
    22%
    Gesichtsrötung:
    13%
    Sodbrennen:
    7%
    Hitzewallungen:
    5%
    Schwindel:
    5%

    Nebenwirkungen bei unter 5% der Patienten:

    3% der Patienten:
    • Sehstörungen
    • Wirkungslosigkeit
    • Herzrasen
    • Nasenausfluss
    2% der Patienten:
    • Augenrötung
    • Mundtrockenheit
    • Schleimhautschwellung
    1% der Patienten:
    • Lichtempfindlichkeit
    • Schleimhauttrockenheit
    • Schnupfen
    • Übelkeit

    Nebenwirkungen aus dem Beipackzettel

    Die offiziellen Nebenwirkungen des Wirkstoffs Sildenafil sind auf den Beipackzettel  aufgelistet.

    Was bedeutet sehr häufig? Zu sehr häufigen Nebenwirkungen zählen Symptome die bei mehr als einer von zehn behandelten Personen auftreten.

    Was zählt unter Häufig? Von häufigen Nebenwirkungen spricht man, wenn diese bei einer bis zehn von hundert Behandelten auftreten.

    Gelegentlich? Gelegentliche Nebenwirkungen treten bei einem bis zehn Fällen von 1000 auf und seltene bei einer Person von 1000 bis 10000 behandelten Patienten.

    Somit sind für Anwender hauptsächlich sehr häufige bis gelegentlich auftretende Nebenwirkungen relevant.

    Sehr Häufig:

    • Kopfschmerzen

    Häufig:

    • verstopfte Nase
    • Schwindel
    • Sehstörungen oder verändertes Farbsehen
    • anfallartige Hautrötungen
    • Hitzewallungen
    • Übelkeit
    • Dyspepsie (Reizmagen)

    Gelegentlich:

    Nasenbereich:
    • Schnupfen
    • Nasenbluten
    Verdauungssystem:
    • Gastroösophagealer Reflux (Sodbrennen)
    • Erbrechen
    • Schmerzen im Oberbauch
    • Trockener Mund
    Sonstige Beschwerden:
    • Tinnitus
    • Sinus Sekretstauung
    • Hämaturie
    • Ausschlag
    Augenbereich:
    • Tränenflussstörung
    • Augenschmerzen
    • Photophobie (Lichtempfindlichkeit)
    • Photopsie (Wahrnehmung von Lichtblitzen)
    • Okuläre Hyperämie (erhöhte Durchblutung im Augenbereich)
    • Visuelles Leuchten
    • Bindehautentzündung
    Schmerzen:
    • Myalgie (Muskelschmerzen)
    • Schmerzen in den Extremitäten
    • Brustschmerzen
    Herz-Kreislaufsystem:
    • Schwindel
    • Tachykardie (beschleunigter Herzschlag)
    • Palpilationen (Herzstolpern)
    • Erhöhte Herzfrequenz
    • Bluthochdruck
    • Blutdruckabfall
    Empfindungen:
    • Überempfindlichkeit
    • Schlaflosigkeit
    • Taubheitsgefühl
    • Müdigkeit
    • Wärmegefühl

    Selten:

    • Schlaganfall
    • transistorische ischämische Attacke
    • rezidivierende Krampfanfälle
    • Krampfanfall
    • Synkope
    • Optikusneuropathie
    • retinaler Gefäßverschluss
    • Netzhautblutung
    • Retinopathie
    • Erkrankung der Retina
    • Gesichtsfelddefekt
    • Glaukom
    • Stevens-Johnson-Syndrom
    • Penisblutung
    • Dauererektion
    • Doppeltsehen
    • Kurzsichtigkeit
    • verminderte Sehschärfe
    • Asthenopie
    • Mouches volantes
    • Farbsäume
    • Mydrasis
    • Iriserkrankung
    • Augenödeme
    • Augenerkrankungen
    • Schwellung des Auges
    • Bindehauthyperämie
    • Augenreizung
    • Reizbarkeit
    • Toxische epidermale Nekrolyse
    • Augenlidödem
    • anomale Sinnesempfindung des Auges
    • Skleraverfärbung
    • Taubheit
    • Herzinfarkt
    • plötzlicher Herztod
    • ventrikuläre Arrhytmie
    • Vorhofflimmern
    • Instabile Angina pectoris
    • Engegefühl des Halses
    • Trockene Nasenschleimhaut
    • Nasenödeme
    • Orale Hypästhesia
    • Prolongierte Erektion
    • Hämatospermie

    Studien über die Nebenwirkungen

    Damit die Nebenwirkungen von Sildenafil besser erforscht werden können, wurde im Jahr 2000 eine Studie durchgeführt.

    Dabei handelt es sich um die Studie „Side-effect profile of sildenafil citrate (Viagra) in clinical practice“. Es wurden in dieser Studie 256 Männer mit einer erektilen Dysfunktion zwischen 40 und 75 Jahren zu den Nebenwirkungen befragt. Eingenommen worden ist Marken Viagra (Wirkstoff: Sildenafil) . Anschließend wurde über die unerwünschten Symptome per Fragebogen berichtet.

    Diese Studie wurde im US-amerikanischen Raum durchgeführt und ist bis heute die führende Studie in Bezug auf Nebenwirkungen von Sildenafil.  Die Ergebnisse haben wir folgt ausgewertet:

    • Gesichtsrötung (30,8%)
    • Kopfschmerzen (25,4%)
    • laufende/verstopfte Nase (18,7%)
    • Sodbrennen (10,5%)
    • Nebenwirkungen waren von kurzer Dauer
    • 31,6% aller Teilnehmer, hatten mehr als eine Nebenwirkung

    Wie lassen sich Nebenwirkungen verringern?

    Einige der Nebenwirkungen von Sildenafil lassen sich relativ einfach verringern oder gar vermeiden.

    Zunächst gilt, dass unbedingt auf nicht zugelassene Präparate (z.B. Kamagra aus Indien) verzichtet werden sollte. Medikamente ohne Zulassung stellen ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit dar, auch weil diese oft gefälscht sind. Sildenafil Medikamente ohne Zulassung sind nicht von den Arzneimittelbehörden überprüft und verfügen häufig über sehr wenig Studiennachweise.

    Die richtige Dosis

    Der einfachste & effektivste Tipp: Dosis verringern.
    Wer direkt 100 mg Sildenafil einnimmt, hat zwar die stärkste Wirkung, aber auch die meisten Nebenwirkungen. Oft ist solch eine hohe Dosis nicht nötig. Praktisch: Die meisten Sildenafil Tabletten lassen sich teilen, was die Dosis verringert und zugleich ein Preisersparnis ergibt. 

    Nicht auf nüchternen Magen

    Empfehlung: Feste Nahrung & Wasser zur Einnahme.
    Wenn Sildenafil Tabletten auf nüchternen Magen genommen werden, lässt sich zwar die Wirkung verstärken, dies gilt allerdings auch für die Nebenwirkungen. Auch eine ausreichende Wasserzufuhr kann für eine bessere Durchblutung und weniger Kopfschmerzen sorgen.

    Nasenspray

    Bei einer verstopfen Nase: Nasenspray nutzen.
    Ein Nasenspray kann das Gefühl der verstopften Nasen mindern. Manche Patienten beschreiben auch eine laufende Nase. Auch hierfür kann ein Nasenspray helfen. Vorsicht: Zu viel Gebrauch kann die Nasenschleimhaut reizen.

    Kopfschmerztabletten

    Kopfschmerztabletten nur nach Absprache einnehmen. 
    Nicht alle Kopfschmerztabletten eigenen sich für die gleichzeitige Einnahme mit Sildenafil. Aspirin wirkt Blutverdünnend und könnte somit die Nebenwirkungen verstärken. Paracetamol gilt dagegen als verträglich.

    Alkohol vermeiden

    Alkohol kann die Nebenwirkungen erhöhen.
    Darum sollte Alkohol, insbesondere in hohen Mengen vermieden werden. Außerdem sorgt Alkohol in großer Menge für eine verringerte Erektionsfähigkeit, Dehydrierung und kann somit auch Kopfschmerzen verstärken.

    Hersteller wechseln

    Unterschiedliche Bestandteile der Sildenafil Präparate.
    Da es unterschiedliche Hersteller von Sildenafil gibt (Liste der Hersteller), können diese problemlos gewechselt werden. So enthalten manche Sildenafil Arzneimittel beispielsweise Laktose, andere wiederum nicht. 

    Hinweis: Die meisten Nebenwirkungen von Sildenafil sind nicht von langer Dauer. Wenn es sich vermeiden lässt andere Medikamente zur Linderung einzunehmen, ist dies äußerst ratsam. Die effektivste Methode die Nebenwirkungen zu verringern, ist es, die Dosierung zu reduzieren. Wer bereits eine zu hohe Dosis vorrätig hat, kann die Tabletten teilen.

    Was verstärkt die Nebenwirkungen?

    Manche Medikamente oder Lebensmittel können die Nebenwirkungen von Sildenafil verstärken.

    Alkoholkonsum

    Alkohol kann die Nebenwirkungen verstärken.
    Daher ist es ratsam auf Alkoholkonsum zu verzichten oder auf ein minimum zu reduzieren. Geringe Mengen haben noch keinen negativen Einfluss, aber eine Blutalkoholkonzentration von über 0,5 Promille ist nicht empfehlenswert.

    Grapefruit

    Grapefruit & Grapefruitsaft erhöhen Nebenwirkungen.
    Durch den Konsum von Grapefruit werden bestimmte Enzyme gehemmt, wodurch die Wirkung von Sildenafil verstärkt wird und länger anhält. Leider verstärkt & verlängert dies somit auch die Nebenwirkungen von Sildenafil.

    L-Arginin

    L-Arginin kann Hautrötungen verstärken.
    Die Aminosäure kann ebenfalls die Durchblutung verbessern und somit auch bei leichten Erektionsstörungen helfen. Gemeinsam mit Sildenafil wird die Wirkung verstärkt aber auch Nebenwirkungen wie z.B. Hautrötungen deutlich erhöht. 

    Erhöhte Dosierung

    Zu viel oder weitere PDE-5-Hemmer verstärken sich.
    Dringend zu vermeiden gilt es, die empfohlene Dosis zu erhöhen oder andere PDE-5-Hemmer (Tadalafil, Avanafil, Vardenafil) kombiniert einzunehmen. Dadurch entstehen verstärkte Nebenwirkungen und weitere Risiken. 

    Zu wenig Flüssigkeit, Stress und nicht ausreichend Schlaf, können die Nebenwirkungen erhöhen.

    Es wird empfohlen mit einer geringeren Dosis zu starten und bei keiner ausreichenden Wirkung diese zu erhöhen. Ein Geheimtipp wäre es dennoch die höchste Dosierung zu bestellen und anschließend die Tabletten zu teilen, dadurch wird am Preis gespart.

    Fazit zur Verträglichkeit

    Grundsätzlich kann Sildenafil als gut verträgliches Medikament bezeichnet werden.

    Erfahrungsberichte zeigen dass die häufigsten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, einer verstopften Nase oder auch Hautrötungen nur von kurzer Dauer sind. Eine reduzierte Dosierung kann das Risiko für Nebenwirkungen nochmals senken.

    Zu viel Alkohol, Gerinnungshemmer oder Grapefruit kann dagegen die Nebenwirkungen erhöhen. 

    Werden diese Hinweise beachtet, können die meisten Männer, ohne Herz-Kreislauf-Beschwerden, in der Regel Sildenafil ohne Bedenken einnehmen. In England und der Schweiz ist Sildenafil in geringen Dosierungen bereits rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. In Deutschland wird allerdings ein Rezept benötigt um Sildenafil kaufen zu dürfen.

    Diagnose über das Internet

    Da es sich bei Sildenafil um ein Medikament ohne Suchtpotenzial, handelt, ist es auch über eine Online Diagnose verfügbar.

    Hierfür können Männer eine Online Klinik besuchen und nach dem ausfüllen eines Fragebogens von einem lizenzierten Arzt ein Rezept ausgestellt bekommen. Jenes leitet die Online Klinik direkt an eine Versandapotheke weiter, welche dann den Versand veranlasst. Somit können Patienten den unangenehmen Arzttermin vermeiden und Zeit sparen. 

    Sollte kein Rezept ausgestellt werden können, ist auch keine Zahlung nötig. Daher zahlen insbesondere Neukunden gerne auf Rechnung. Denn somit muss erst dann bezahlt werden, wenn das Arzneimittel bereits eingetroffen ist.

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    Autor: Jens Weber
    Autor: Jens Weber

    Tätigkeit: Medizinredakteur aus Hamburg. 
    Status: Experte durch Journalismus im Bereich der Medizin & Studienanalyse.

    Aktualisiert & medizinisch überprüft am:

    Autorenprofil

    Quellen:

    • Moreira, SG. Jr.; Brannigan, R.E.; Spitz, A et al.: Side-effect profile of sildenafil citrate in clinical practice. In: Urology Journal 2000 (56). S. 474 – 476: doi.org/10.1016/…
    • Gebrauchsinformation: Information für Patienten Sildenafil Pfizer 25 mg / 50mg / 100mg Filmtabletten: patienteninfo-service.de
    • Sildenafil – Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen | Gelbe Liste